Studienführer der Fakultät für Mathematik und Informatik der Friedrich-Schiller-Universität Jena

 

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Die Universitätsstadt
1.2 Die Friedrich-Schiller-Universität
1.3 Die Fakultät für Mathematik und Informatik

2. Das Studienangebot der Fakultät für Mathematik und Informatik
2.1 Überblick
2.2 Wahlmöglichkeiten
2.3 Berufliche Perspektiven

3. Charakterisierung der Studiengänge
3.1 Mathematik-Diplom/Bakkalaureat
3.2 Wirtschaftsmathematik-Diplom/Bakkalaureat
3.3 Mathematik-Lehramt
3.4 Informatik-Diplom
3.5 Informatik-Lehramt
3.6 Mathematik/Informatik-Magister

4. Hinweise zum Studium
4.1 Studienorganisation
4.2 Bewerbungen
4.3 Arbeits- und Lebensbedingungen in Jena
4.4 Literatur

 


 

Anschrift der Fakultät: Ernst-Abbe-Platz 1-4, 07743 Jena

Tel. (03641) 946010

Fax (03641) 946002

e-Mail: wahl@minet.uni-jena.de

URL: http://www.minet.uni-jena.de

Herausgeber: Der Dekan

Bearbeitung: Studien- und Prüfungsamt

Redaktionsschluß: 01.04.1998

 


 

1 Einleitung

1.1 Die Universitätsstadt Jena

 

Donnerstag nach Belvedere,
Freitag geht's nach JENA fort,
denn das ist bei meiner Ehre,
doch ein allerliebster Ort.

(Goethe, Die Lustigen von Weimar)

Inmitten einer einzigartigen Kulturlandschaft im grünen Herzen Deutschlands liegt die Thüringer Universitätsstadt Jena. Die Stadt wird von bewaldeten Bergen eingeschlossen, die das Tal der Saale begrenzen. Seit jeher ist Jena wegen seiner reizvollen Lage und der traditionsreichen Kulturstätten bekannt. An den vielen Gedenktafeln in der Stadt ist zu sehen, daß es viele Geistesgrößen nach Jena gezogen hat.

Die günstige Lage im mittleren Saaletal an der Autobahn Eisenach -- Dresden in der Nähe des Hermsdorfer Kreuzes hat die Stadt zugleich zu einem wichtigen industriellen Standort gemacht. Die längste Tradition hat seit Carl Zeiss und Ernst Abbe bis heute die Entwicklung hochwertiger optischer Geräte. In Jena steht eines der ersten Planetarien der Welt.

Jena hat heute etwa 100 000 Einwohner. In beeindruckender Weise entsteht derzeit überall in der Stadt Neues, und alte Bausubstanz wird liebevoll restauriert. Das gibt die Gewißheit, daß Jena auch in Zukunft Anziehungspunkt für Menschen aus aller Welt sein wird.

Die Jenaer Philharmonie, das Theaterhaus sowie interessante Museen bestimmen neben einem vielfältigen Angebot der Universität das kulturelle Leben der Stadt. Die Klassikerstadt Weimar - europäische Kulturstadt 1999 - mit ihren zahlreichen Sehenswürdigkeiten ist kaum 20 km entfernt.

Saaleabwärts sind die Dornburger Goetheschlösser, Naumburg mit seinem berühmten Dom und die Burgen und Weinberge des unteren Saaletales sehenswert. Saaleaufwärts erreicht man in kurzer Zeit den landschaftlich reizvollen Frankenwald.


1.2 Die Friedrich-Schiller-Universität Jena

Die Universität Jena ist 440 Jahre alt. Sie wurde durch Johann Friedrich den Großmütigen 1558 gegründet. Das akademische Leben der "Alma mater Jenensis" kennt seither zahlreiche klangvolle Namen. In ihrer klassischen Zeit haben hier die Philosophen Fichte, Schelling und Hegel gelehrt. Friedrich Schiller war seit seiner berühmten Antrittsvorlesung 1789 an dieser Universität Geschichtsprofessor. In Jena fanden Goethe und Schiller 1794 zu ihrem für das deutsche Geistesleben so bedeutungsvollen Freundschaftsbund zusammen. Goethe nahm als weimarischer Minister nachhaltigen Einfluß auf die Entwicklung der Universität. Im 19. Jahrhundert stehen die Namen Ernst Abbe und Ernst Haeckel für eine ganze Reihe hervorragender Naturwissenschaftler dieser Zeit.

Durch Carl Zeiss, dem Gründer des weltbekannten Zeiss-Werkes, und Ernst Abbe wurde die für Jena typische Linie fruchtbarer Zusammenarbeit zwischen Universität und Industrie eingeleitet, die bis heute das Wirken der Universität wesentlich bestimmt.

Nach dem Ende der Hitlerherrschaft, die die Universität in eine geistige und materielle Trümmerstätte verwandelt hatte, wurde am 15. Oktober 1945 die Jenaer Universität als erste in Deutschland wieder eröffnet. Die danach einsetzende Entwicklung war nach einem ersten Aufschwung durch zunehmende Widersprüchlichkeiten, durch zahlreiche Versuche des Eingriffs in die akademische Freiheit von außen gekennzeichnet. Dennoch hat die Universität - gerade auf mathematisch-naturwissenschaftlichem Gebiet - ihre angesehene Stellung erhalten können.

Gegenwärtig besteht die jetzige Thüringische Landesuniversität aus 10 Fakultäten und weiteren selbständigen wissenschaftlichen Einrichtungen. Es gibt mehr als 11000 Studierende. Derzeitiger Rektor ist der Mediziner Prof. Dr. med.habil. Georg Machnik.


1.3 Die Fakultät für Mathematik und Informatik

Die Mathematik ist in Jena seit langer Zeit vertreten. Der Jenaer Mathematiker und Philosoph Erhard Weigel gehörte zu den überragenden Gelehrtenpersönlichkeiten des 17. Jahrhunderts. Er begründete die langjährige Schule, die der Jenaer Universität zu hohem Ansehen verhalf. Für die Neuzeit steht der Name Gottlob Frege (1848-1925) für eine Reihe bedeutender Jenaer Mathematiker. Gottlob Frege gilt als einer der bedeutendsten Logiker seit Aristoteles. Die von ihm begründete moderne mathematische Logik ist für die gesamte Mathematik und Informatik, aber auch für die Geisteswissenschaften, von großer Bedeutung.

Der Name Jena ist auch verbunden mit der Entwicklung der Informatik. Hier entstanden mit den Rechenanlagen OPREMA (1953) und ZRA 1 (1962) die ersten elektronischen Rechenanlagen auf dem Gebiet der DDR. Hierbei hat sich die Zusammenarbeit zwischen Industrie und Universität zum gegenseitigen Nutzen bewährt.

1967 wurde aus zwei bestehenden mathematischen Instituten die Sektion Mathematik, 1990 die Mathematische Fakultät gebildet. Im Jahre 1991 wurden mehrere leistungsfähige Forschungsgruppen aus verschiedenen Gebieten der Informatik unter dem Dach der Fakultät zusammengefaßt, die seit 1.12.1992 Fakultät für Mathematik und Informatik heißt. Damit gehört unsere Einrichtung heute mit etwa 100 wissenschaftlichen Mitarbeitern zu den großen Lehr- und Forschungsstätten. Die Mathematik ist eine der tragenden Säulen der Universität, die den guten Ruf der Alma mater jenensis seit vielen Jahren wesentlich mitbestimmt. Dementsprechend ist hier ein breites Spektrum von Wissenschaftsgebieten der Mathematik und der Informatik vertreten.

Im Jahre 1996 veranstaltete die Deutsche Mathematiker-Vereinigung hier ihre Jahrestagung, erstmals nach der Vereinigung in einem der neuen Bundesländer. Die Fakultät für Mathematik und Informatik besteht aus folgenden wissenschaftlichen Instituten bzw. Abteilungen mit den aufgeführten Forschungsschwerpunkten (geschäftsführende Direktoren unterstrichen):

Mathematisches Institut

    • Operatorentheorie, Gleichungen der Mathematischen Physik
      (Prof. Dr. B. Carl)
    • Analysis
      (HDoz. Dr. F. Fiedler)
    • Diskrete Geometrie, Computergeometrie
      (Prof. Dr. E. Hertel)
    • Hyperbolische Differentialgleichungssysteme
      (HDoz. Dr. R. Illge)
    • Gruppentheorie, Ringtheorie, Darstellungstheorie
      (Prof. Dr. B. Külshammer)
    • Geschichte der Mathematik, Algebra und Zahlentheorie
      (Prof. Dr. O. Neumann)
    • Operatorenideale, Geometrie der Banachräume
      (Prof. Dr. A. Pietsch)
    • Fourieranalysis, Funktionenräume, Approximationstheorie
      (Prof. Dr. H.-J. Schmeißer)
    • Entropie und Approximation
      (Prof. Dr. I. Stephani)
    • Funktionenräume, Partielle Differentialgleichungen
      (Prof. Dr. H. Triebel)
    • Analysis
      (Prof. Dr. A. Weber)
    • Hyperbolische Differentialgleichungen und konforme Geometrie
      (Prof. Dr. V. Wünsch)
    • Fraktale Geometrie, geometrische Maßtheorie und stochastische Analysis
      (Prof. Dr. M. Zähle-Ziezold)

Institut für Angewandte Mathematik

    • Nichtlineare Optimierung, optimale Steuerung
      Prof. Dr. W. Alt)
    • Diskrete Optimierung, Computerschach
      (Prof. Dr. I. Althöfer)
    • Numerische Methoden für Randwertprobleme bei gewöhnlichen Differentialgleichungen
      (Prof . Dr. M. Hermann)
    • Stochastische Methoden der Quantenphysik
      (Prof. Dr. K.-H. Fichtner)

Institut für Stochastik

    • Stochastische Analysis, insbesondere Stochastische Gleichungen
      Prof. Dr. H.-J. Engelbert)
    • Optimale Steuerung, Statistik stochastischer Prozesse
      (HDoz. Dr. J. Groh)
    • Gaußprozesse
      (Prof. Dr. W. Linde)
    • Stochastik/stochastische partielle Differentialgleichungen
      (HDoz. Dr. R. Manthey)
    • Stochastische Geometrie, Punktprozesse
      (Prof. Dr. J. Mecke)

Institut für Informatik

    • Praktische Informatik (Künstliche Intelligenz)
      (Prof. Dr. C. Beckstein)
    • Rechnerarchitektur, Rechnerkommunikation, Optisches Rechnen, Multimedia
      (Prof. Dr. W. Erhard)
    • Algorithmen und Datenstrukturen, Algorithmische Geometrie, parallele
      Algorithmen
      (Prof. Dr. H.-D. Hecker)
    • Datenbanken, Informationssysteme, Datenbankadministration, Umgang mit sehr großen Datenbanken
      (Prof. Dr. K. Küspert)
    • Komplexitätstheorie, Formale Sprachen und Automaten
      (HDoz. Dr. G. Lischke)
    • Software Engineering, Electronic Commerc, Software Architekturen
      (Prof. Dr. R. Rossak)
    • Praktische Informatik (Musteranalyse und Sprachverarbeitung)
      (Prof. Dr. E.G. Schukat-Talamazzini)
    • Digitale Bildverarbeitung
      (Prof. Dr. K. Voß)
    • Komplexitätstheorie, Algorithmentheorie
      (Prof. Dr. G. Wechsung)
    • Programmiersprachen/Compiler/Objektorientierung
      Prof. Dr. J. Winkler)
    • Parallelisierung, Codeoptimierung, Übersetzer, Systolische Systeme, Rechnerarithmetik
      (Prof. Dr. E. Zehendner)
    • Interaktive Medien und Breitbandkommunikation
      (N.N.)

Abteilung für Didaktik der Mathematik und Informatik

    • Problemorient. Mathematikunterricht (MU) unter bes. Berücksicht. v. Methoden des Entdeckens u. Beweisens sowie hist. Aspekte; Vorstellungen über MU; wissenschaftstheor. Fragen des MU
      (Prof. Dr. B. Zimmermann)

Darüber hinaus besitzt die Fakultät ein eigenes Rechenzentrum, das zusammen mit dem Universitätsrechenzentrum den Studierenden vielfältige Möglichkeiten der Nutzung moderner Rechentechnik bietet.

Dekan der Fakultät ist Prof. Dr. habil. B. Carl, Prodekan ist Prof. Dr. sc. Gerd Wechsung.

 


 

2. Das Studienangebot der Fakultät für Mathematik und Informatik

2.1 Überblick

Die Fakultät für Mathematik und Informatik bietet folgende Studiengänge an:

Mathematik--Diplom/Bakkalaureat

Studiendauer: 9 Semester (Diplom)/6 Semester (Bakkalaureat) (Regelstudienzeit)
Abschluß: Diplom-Mathematiker(in)/Bakkalaureus(-ea) (akademischer Grad)

Wirtschaftsmathematik--Diplom/Bakkalaureat

Studiendauer: 9 Semester (Diplom)/6 Semester (Bakkalaureat) (Regelstudienzeit)
Abschluß: Diplom-Wirtschaftsmathematiker(in)/Bakkalareus(-ea) (akademischer Grad)

 Mathematik--Lehramt

Das Studium wird in 2 Studienrichtungen durchgeführt:

Regelschullehrer (Lehrer für die 5.-10. Klasse, Sekundarstufe 1)
Studiendauer: 8 Semester (Regelstudienzeit)
Abschluß: Erste Staatsprüfung für das Lehramt an Regelschulen in 2 Unterrichtsfächern

Gymnasiallehrer (Lehrer für die 5.-13. Klasse, Sekundarstufe 1 und 2)
Studiendauer: 9 Semester (Regelstudienzeit)
Abschluß: Erste Staatsprüfung für das Lehramt an Gymnasien in Unterrichtsfächern

 Informatik--Diplom

Studiendauer: 9 Semester (Regelstudienzeit)
Abschluß: Diplom-Informatiker(in) (akademischer Grad)

 Informatik--Lehramt

Gymnasiallehrer (Lehrer für die 5.-13. Klasse, Sekundarstufe 1 und 2)
Studiendauer: 9 Semester (Regelstudienzeit)
Abschluß: Erste Staatsprüfung für das Lehramt an Gymnasien in 2 Unterrichtsfächern

Mathematik/Informatik-Magister

Mathematik/Informatik kann als Nebenfach in einem Magisterstudiengang
(zusammen mit einem meist geisteswissenschaftlichen Hauptfach und
einem weiteren Nebenfach) gewählt werden.
Studiendauer: 9 Semester (Regelstudienzeit)
Abschluß: Magister Artium (akademischer Grad)

 Darüber hinaus bestehen an der Fakultät günstige Möglichkeiten eines Promotionsstudiums auf dem Gebiet der Mathematik und Informatik (im Anschluß an ein Hochschulstudium). Insbesondere gibt es an unserer Fakultät ein von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und dem Feistaat Thüringen gefördertes Graduiertenkolleg, das auch Stipendien vergibt. Es ist mit mindestens 6 Semestern zu rechnen.

 

 2.2 Wahlmöglichkeiten

Mit Ausnahme der Bakkalaureatsstudiengänge gliedern sich die angebotenen Studiengänge in ein Grundstudium (in der Regel 4 Semester) und ein Hauptstudium (ab 5. Semester). Im Grundstudium werden die für das Fach notwendigen Wissensgrundlagen erlernt und ihre Anwendung geübt. Es besteht vorwiegend aus Pflichtveranstaltungen.

Im Hauptstudium gibt es für Sie zahlreiche Möglichkeiten, das Studium selbst mitzugestalten. Neben der Weiterführung und Verbreiterung Ihrer wissenschaftlichen Allgemeinbildung im Fach können Sie aus einer breiten Palette angebotener Wahlpflicht- und Vertiefungsfächer Ihren persönlichen Interessen entsprechend auswählen, Studienschwerpunkte setzen und zunehmend eine Spezialisierung in Richtung auf Ihr Vertiefungsfach betreiben.

Im Lehramtsstudium bestehen diese Möglichkeiten ebenfalls, wenn auch in geringerem Umfang. Schließlich haben Sie hier ja zwei Unterrichtsfächer zu studieren. Bei der Auswahl des 2. Faches haben Sie freie Wahl. Empfehlenswert sind Physik, Informatik bzw. Mathematik, mit denen abgestimmte Wochenstundenpläne existieren.

Neu ist, daß Sie in den Studiengängen Mathematik und Wirtschaftsmathematik seit 1996 auch zwischen 2 berufsqualifizierenden Abschlüssen wählen können: Nach 4 Semestern Grundstudium haben Sie die Möglichkeit, das Studium nach einer Abschlußphase von weiteren 2 Semestern als Bakkalaureus/-ea zu beenden oder nach einem Hauptstudium von weiteren 5 Semestern mit dem Diplom abzuschließen. Der neue Hochschulabschluß Bakkalaureat zielt (nach dem englischen Vorbild Bachelor) darauf ab, in Anbetracht der veränderten Arbeitsmarktsituation

  • die Studienzeit zu verkürzen und einen frühzeitigen Einstieg in das Berufsleben zu ermöglichen,
  • die Kompatibilität mit den Studiensystemen der anderen Länder der Europäischen Union zu verbessern und die Absolventen auch dort konkurrenzfähig zu machen,
  • unnötige Studienabbrüche zu verhindern.

Der Abschluß wird zur Zeit nur in Jena angeboten, weitere Modellversuche an anderen deutschen Hochschulen laufen jedoch an. Wer Ambitionen zur Forschung hat, sollte jedoch auch in Zukunft den klassischen Diplomabschluß wählen. Auch der Erwerb beider Abschlüsse ist möglich!

Hinzu kommt in den Diplomstudiengängen Mathematik und Informatik die Möglichkeit, das geforderte Nebenfach aus den Angeboten auszuwählen.

Als Nebenfächer stehen derzeit für Informatik zur Verfügung:

Medizin

Psychologie

Ökologie *

Physik *

Wirtschaftswissenschaften *

Molekularbiologie

Mathematik

Für den Studiengang Mathematik sind die gekennzeichneten (*) Fächer sowie Angewandte Informatik vorgesehen, jedoch können auf Antrag auch andere Nebenfächer genehmigt werden.
Das Nebenfach ist mit etwa 15 Prozent am Gesamtstudium beteiligt. Die getroffene Wahl sollte von konkreten Zielvorstellungen im Beruf abhängen.
Im Lehramtsstudium können Sie - fakultativ - eine Ergänzungsrichtung wählen, die z. B. den Erwerb weiterer Lehrberechtigungen erleichtert.
Der Erwerb zusätzlicher Qualifikationen ist möglich, wenn auch oft beschwerlich, z.B. das Absolvieren mehrerer Nebenfächer oder mehrerer Ergänzungsrichtungen oder eines dritten Unterrichtsfaches.
Lehramtsstudenten, deren Kombinationsfach zulässiges Magisterfach ist, haben günstige Bedingungen, zusätzlich den Magisterabschluß zu erwerben.

Wichtig für alle Studiengänge ist das Erlernen von Fremdsprachen. Besonders in den Diplomstudiengängen benötigen Sie 1-2 lebende Fremdsprachen (vor allem Englisch) schon im Studium.
Die Universität bietet entsprechende Kurse an. Auch wenn Fremdsprachentestate nicht für die Zulassung zu den Prüfungen gefordert werden, sollten Sie die Studienzeit zum Erwerb möglichst umfassender Fremdsprachenkenntnisse nutzen (natürlich ohne Ihr eigentliches Studium zu vernachlässigen). Dies bedeutet erfahrungsgemäß Vorteile bei der Bewerbung im zukünftigen Beruf.
Auch ein Teilstudium im Ausland ist möglich. Die Fakultät ist an das SOKRATES-Programm angeschlossen, das einen Studienaufenthalt in vielen Ländern Europas ermöglicht. Die Anrechnung solcher Studienabschnitte für das Studium in Jena ist gesichert.
Die angebotenen Studiengänge sind in den ersten Semestern eng verzahnt (z. T. gemeinsame Lehrveranstaltungen). Bis zum Ende des 2. Fachsemesters bestehen günstige Möglichkeiten, ohne Verlängerung der Regelstudienzeit in benachbarte Studiengänge zu wechseln. Der Wechsel in den Bakkalaureatsstudiengang ist bis zum Ende des 4. Fachsemesters problemlos möglich.

 

"Kein Ort in Deutschland würde mir das sein,
was Jena und seine Nachbarschaft mir ist,
denn ich bin überzeugt,
daß man nirgends eine so wahre und vernünftige Freiheit genießt
und in einen so kleinen Umfang so viel vorzügliche Menschen findet.''

Schiller an Voigt, 6. April 1795

 

2.3 Berufliche Perspektiven 

Mathematiker, Wirtschaftsmathematiker und Informatiker finden wichtige und interessante Tätigkeitsfelder in vielen Bereichen der Wirtschaft, insbesondere in der Industrie, der Verwaltung, bei Banken, Versicherungen und Unternehmensberatungen sowie im gesamten Dienstleistungsbereich. Darüberhinaus bieten Hochschul-, Forschungs- und Bildungseinrichtungen anspruchsvolle Tätigkeiten an.

Typische Tätigkeitsfelder für den Diplom-Informatiker als Absolventen sind z.B. die Software-Entwicklung (z.Z. etwa 32 Prozent der Absolventen), die Gerätebranche (Entwicklung von EDV-Systemen) und Ausbildungsaufgaben an Hochschul- und Bildungseinrichtungen. Auch Diplom-Mathematiker finden in der Datenverarbeitung ihr Haupteinsatzgebiet (etwa 37 Prozent der Absolventen), etwa ein Viertel sind dem Bereich Bildung/Wissenschaft zuzuordnen, weitere sind in der Produktentwicklung (Modellierung von Produktionsabläufen zusammen mit anderen Spezialisten) tätig. Für den Wirtschaftsmathematiker überwiegen dagegen EDV-Aufgaben bei Banken und Versicherungen, betriebsstatistische Aufgaben, Marktforschung, Qualitätssicherung.

Der Studiengang Mathematik-Diplom hat sich seit über 50 Jahren erfolgreich etabliert. Diplom-Informatiker gibt es seit etwa 20 Jahren (hier in den neuen Bundesländern im wesentlichen erst seit der Wende). Nach anfänglich rasanter Bedarfsentwicklung mit der Allgemeinverbreitung von Computern dürfte sich jetzt die Bedarfsentwicklung auf relativ hohem Niveau einpegeln. Den Studiengang Wirtschaftsmathematik-Diplom gibt es in Deutschland erst seit wenigen Jahren, und er macht z.Z. eine prosperierende Entwicklung durch.

Ein Hochtechnologieland wie Deutschland ist auf innovative Produktentwicklungen, Hochveredlung von Geräten und Bereitstellung von wissenschaftlichem know how angewiesen. An solchen Entwicklungen sind Informatiker und Mathematiker oft wesentlich beteiligt. Die wirtschaftliche Entwicklung in unserem Lande wird daher von ihnen durchaus mitbestimmt. Ihre Berufsaussichten sind daher prinzipiell als günstig anzusehen. Insbesondere in den neuen Bundesländern wird mittelfristig eine stärkere Nachfrage erwartet.

Es darf erwartet werden, daß der neue Hochschulabschluß Bakkalaureat die Chance der Mathematiker und Wirtschaftsmathematiker auf dem Arbeitsmarkt weiter erhöht (in England sind mehr als 80 % der in der Wirtschaft tätigen Hochschulabsolventen Bachelors!).

Die Berufsperspektiven der Lehramtsabsolventen werden wesentlich von den finanziellen Möglichkeiten der Gesellschaft mitbestimmt. Auch wenn mittelfristig hier gespart werden muß, bestehen für engagierte Absolventen mit entsprechenden Qualifikationen auf lange Sicht durchaus interessante Möglichkeiten, nicht zuletzt in den alten Bundesländern.

Allgemein muß man Studenten raten, sich schon während des Studiums mit den Anforderungen der Wirtschaft auseinanderzusetzen. Dazu gehören neben entsprechenden Studienleistungen qualifizierter Studienabschluß in vernünftiger Studienzeit) in der Regel Fremdsprachenkenntnisse, Praxiserfahrungen, ein ''passendes'' Nebenfach, aber auch allgemeine Persönlichkeitseigenschaften wie Einsatzbereitschaft, Teamfähigkeit, Ortsungebundenheit, sprachliche Versiertheit usw.

 


3 Charakterisierung der Studiengänge

Die Bakkalaureatsstudiengänge haben eine Regelstudienzeit von 6 Semestern. Zwischenprüfungen sind hier nicht vorgesehen (aber möglich, falls für spätere Entscheidungen gewünscht). Die Bakkalaureatsprüfung ist ein berufsqualifizierender Abschluß.

Alle anderen Studiengänge gliedern sich in ein Grundstudium von 4 Semestern und ein Hauptstudium von 5 (für Regelschullehrer: 4) Semestern Regelstudienzeit. Das letzte Semester ist nur für Prüfungen vorgesehen. Am Ende des Grundstudiums ist die Diplomvorprüfung bzw. Zwischenprüfung, am Ende des Hauptstudiums die Diplomprüfung bzw. Erste Staatsprüfung bzw. Magisterprüfung abzulegen. Das sind ebenfalls berufsqualifizierende Abschlüsse. Lehrerstudenten absolvieren nach dem Hochschulstudium den Vorbereitungsdienst an einer Schule und legen danach die Zweite Staatsprüfung ab.

Zum Hochschulabschluß gehört auch die Anfertigung einer schriftlichen Arbeit, in den Diplomstudiengängen Diplomarbeit, im Lehramtsstudium wissenschaftliche Hausarbeit (nur in einem der beiden Unterrichtsfächer), im Magisterstudium Magisterarbeit (nur im Hauptfach, also nicht in Mathematik/Informatik), im Bakkalaureat Examensarbeit.

Die nachfolgenden Stundentafeln beschreiben jeweils die Struktur des Grundstudiums bei Beginn im Wintersemester (4+2+2 etwa bedeutet 4 Wochenstunden Vorlesung und 2 Wochenstunden Übungen und 2 Wochenstunden Praktikum. V,Z bezeichnen Teilprüfungen zur Vordiplom- bzw. Zwischenprüfungen). Bei Studienbeginn im Sommersemester verändert sich die Einordnung der Lehrgebiete geringfügig.

 

3.1 Mathematik-Diplom/Bakkalaureat

Lehrgebiet

Wochenstunden in den Semestern

1

2

3

4

- Analysis
- Lin. Algebra u. anal. Geometrie
- Algebra und Geometrie
- Informatik f. Math.
- Angew. Math.
- Stochastik
- Nebenfach
- Proseminar

4+2
4+2

4+2+2

6+4 V1
2

4+2 V3*
4+2


2



4+2 V2
 

4+2
4+2

4+2 V1



4+2* V3*
4+2* V3*
4+2 V4

GESAMTSTUNDEN

20

24

20

18

* wahlweise

Die obige Stundentafel gilt sowohl für den Abschluß Diplom wie für den Abschluß Bakkalaureat (V sind dann die ersten Bakkalaureatsprüfungen).

Im Hauptstudium werden für den Diplomabschluß verschiedene Wahlpflichtfächer angeboten: Algebra, Analysis, Geometrie, Stochastik, Informatik und Angewandte Mathematik. Aus diesen Angeboten ist auch das Vertiefungsfach zu wählen. Außerdem ist das Nebenfach weiterzuführen. Es wird darauf orientiert, daß der Student seinen individuellen Studienplan weitgehend selbst gestaltet.

Für das Bakkalaureat wird die Abschlußphase des Studiums mit dem Wahlpflichtfach, dem Zweiten Nebenfach und der Examensarbeit zu Ende geführt.

 Prüfungen:

 Diplomvorprüfung

Diplomprüfung

Bakkalaureatsprüfung

V1 Analysis

V2 Alg./Geometrie

V3 Anwendungsfach

V4 Nebenfach

 

D1 Reine Mathematik

D2 Angewandte Mathematik

D3 Vertiefungsfach

D4 Nebenfach

Diplomarbeit

 

B1 Analysis

B2 Alg./Geometrie

B3 Anwendungsfach

B4 Erstes Nebenfach

B5 Wahlpflichtfach

B6 Zweites Nebenfach

Examensarbeit

 Alle Fachprüfungen der Diplomvor- und Bakkalaureatsprüfungen und die Hälfte der Fachprüfungen der Diplomprüfung können studienbegleitend abgelegt werden.
Mit dem Ablegen dieser Prüfungen wird der akademische Grad Diplom-Mathematiker(in) bzw. Bakkalaureus/-rea der Mathematik erworben erworben.
Zur Prüfungszulassung werden aus jedem Semester etwa 2 Leistungsnachweise über erfolgreiche Teilnahme an den Lehrveranstaltungen gefordert.

 

 3.2 Wirtschaftsmathematik-Diplom/Bakkalaureat

Lehrgebiet

Wochenstunden in den Semestern

1

2

3

4

- Analysis
- Lin. Algebra u. anal. Geometrie
- Algebra u. Geometrie
- Numerik
- Betriebswirtschaft
- Rechnungswesen
- Elementare Wahrscheinlichkeitstheorie und Statistik
- Lineare Optimierung
- Informatik
- Volkswirtschaft

4+2
4+2
 
 
4+2
3#
 
 
2#

6+4 V1
 
 
4+2
4+2 V5
 

 
 
4+2 V2
 
 
 
 
 
4+2+2 V3
4+2

 
 
 
 
 
 
4+2 V4 *
4+2 V4 *
 
4+2 V5

GESAMTSTUNDEN

23

22

20

18

 * wahlweise

# Vorsemester etwa 4 Wochen vor Beginn der anderen Lehrveranstaltungen

Die obige Stundentafel gilt sowohl für den Abschluß Diplom wie für den Abschluß Bakkalaureat (V sind dann die ersten Bakkalaureatsprüfungen).

Im Hauptstudium wird für den Diplomabschluß im Pflichtbereich die Ausbildung in Mathematik auf den Gebieten Optimierung und Stochastik mit speziellen Lehrveranstaltungen im Hinblick auf die Anwendungen fortgesetzt. Außerdem werden in Mathematik und Informatik Wahlpflichtfächer angeboten.
Als Wahlvertiefungsfach stehen in der Mathematik
- Optimierung,
- Stochastik/Statistik,
in der Wirtschaftswissenschaft
- Banken und Finanzierung,
- Handel und Absatz,
- Produktion und Industrie,
- Personal- und Organisationslehre,
- Steuerlehre,
- Controlling,
- Internationales Management,
- Wirtschaftspädagogik
zur Auswahl.
Für das Bakkalaureat wird die Ausbildung in Optimierung und Stochastik und im wirtschaftswissenschaftlichen Wahlfach abgeschlossen sowie die Examensarbeit angefertigt.

Diplomvorprüfung

Diplomprüfung

Bakkalaureatsprüfung

V1 Analysis

V2 Algebra/Geometrie

V3 Informatik

V4 Elementare WMS oder

Optimierung

V5 Wirtschaftswissensch.

D1 Stochastik oder

Optimierung

D2 Wahlpflichtfach Math.

D3 Vertiefungsfach Math.

D4 Vertiefungsfach Wirtsch.

Diplomarbeit

B1 Analysis

B2 Algebra/Geometrie

B3 Informatik

B4 Elementare WMS oder Optimierung

B5 Wirtschaftswissensch.

B6 Optimierung o. Stochastik

B7 Wahlfach Wirtschaftswiss.

Examensarbeit

Alle Fachprüfungen der Diplomvor- und Bakkalaureatsprüfungen und die Hälfte der Fachprüfungen der Diplomprüfung können studienbegleitend abgelegt werden.
Mit dem Ablegen dieser Prüfungen wird der akademische Grad Diplom-Wirtschaftsmathematiker(in) bzw. Bakkalaureus/-rea der Wirtschaftsmathematik erworben.
Zur Prüfungszulassung werden aus jedem Semester etwa 2 Leistungsnachweise über erfolgreiche Teilnahme an den Lehrveranstaltungen gefordert.

 

 3.3 Mathematik-Lehramt

Das Lehramtsstudium besteht grundsätzlich aus dem fachwissenschaftlichen Studium von 2 Unterrichtsfächern und dem erziehungswissenschaftlichen Studium (einschließlich Praktika).

  Studienrichtung Gymnasiallehrer

Lehrgebiet

Wochenstunden in den Semestern

1

2

3

4

- Analysis
- Algebra/Geometrie
- Elementare Wahrscheinlichkeitstheor.u. Statistik
- Numerik
- Diskrete Mathematik u. Informatik
- Fachdidaktik

4+2
4+2

6+4 Z
2+2 Z

 

4+2

 

Z
4+2 1) Z
3+1 1) Z
1+1

GESAMTSTUNDEN

12

14

6

10

 1) nur 1 Übung gefordert, Prüfung wahlweise

 Im Hauptstudium wird die Pflichtfachausbildung in Geometrie sowie in Grundlagen der Mathematik fortgesetzt. Im Wahlpflichtfach kann zwischen Stochastik/Statistik und Angewandter Mathematik gewählt werden. Als Wahlvertiefungsfach werden verschiedene Gebiete der Schulmathematik angeboten:

Analysis, Algebra/Zahlentheorie, Geometrie.

Außerdem wird die Didaktikausbildung einschließlich eines Blockpraktikums und schulpraktischer Studien fortgesetzt.

Die Festlegung des Erstfaches (in dem die schriftliche Prüfungsarbeit angefertigt wird) soll der Studierende zu Beginn des Hauptstudiums treffen.

Prüfungen

Zwischenprüfung

1. Staatsprüfung

 

- Analysis

- Algebra/Geometrie

- Stochastik

- Numerik oder Diskr. Math.u. Informatik

- Mathematik

- Fachdidaktik

Zwei der 4 Prüfungsleistungen der Zwischenprüfung können studienbegleitend schon vor dem 4. Fachsemester abgelegt werden.
Zur Prüfungszulassung werden aus jedem Semester 1-2 Leistungsnachweise über erfolgreiche Teilnahme an den Lehrveranstaltungen gefordert.
Für den Abschluß des Studiums sind insgesamt erforderlich:
- Staatsexamen in Mathematik (wie oben)
- Staatsexamen im Kombinationsfach
- Staatsexamen in Erziehungswissenschaft
- wissenschaftliche Hausarbeit im Erstfach
Für die Prüfungszulassung sind dabei eine Reihe weiterer Leistungsnachweise erforderlich.
 

Studienrichtung Regelschullehrer

 Lehrgebiet

Wochenstunden in den Semestern

1

2

3

4

- Analysis f. ReL
- Algebra/Geometrie f. ReL
- Stochastik
- Numerik
- Diskrete Mathematik u. Informatik
- Fachdidaktik

4+2
2+2

4+2 Z
4+2 Z

 

2+2

 
 
Z
3+1 Z *
3+1 Z *
1+1

GESAMTSTUNDEN

10

12

4

10

 * Prüfung wahlweise

Die Ausbildung wird weitgehend getrennt von den Lehrveranstaltungen für Gymnasiallehrer durchgeführt.
 
Im Hauptstudium wird die Pflichtfachausbildung in Geometrie fortgesetzt. Im Wahlpflichtfach kann zwischen Analysis, Algebra/Zahlentheorie und Geometrie gewählt werden.
Außerdem wird die Didaktikausbildung einschließlich eines Blockpraktikums und schulpraktischer Übungen fortgesetzt.
Die Festlegung des Erstfaches (in dem die schriftliche Prüfungsarbeit angefertigt wird) soll der Studierende zu Beginn des Hauptstudiums treffen.

Prüfungen

Zwischenprüfung

1. Staatsprüfung

 

- Analysis

- Algebra/Geometrie

- Stochastik

- Diskr. Mathematik u. Inform. oder Numerik

- Mathematik

- Fachdidaktik

Zwei der 4 Prüfungsleistungen der Zwischenprüfung können studienbegleitend schon vor dem 4. Fachsemester abgelegt werden.
Zur Prüfungszulassung werden aus jedem Semester 1-2 Leistungsnachweise über erfolgreiche Teilnahme an den Lehrveranstaltungen gefordert.
 
Für den Abschluß des Studiums sind insgesamt erforderlich:
- Staatsexamen in Mathematik (wie oben)
- Staatsexamen im Kombinationsfach
- Staatsexamen in Erziehungswissenschaft
- wissenschaftliche Hausarbeit im Erstfach
Für die Prüfungszulassung sind dabei eine Reihe weiterer Leistungsnachweise erforderlich.

 

3.4 Informatik-Diplom

 Lehrgebiet

Wochenstunden in den Semestern

1

2

3

4

- Informatik 1-4
- Programmierspraktikum
- Diskr. Mathematik u. Logik 1-2
- Mathematik 1-4
- Computertechnik 1-2
- Nebenfach 1-2
- Proseminar

4+2+2

4+2
4+2

4+2 V

4+2 V
6+2
3+1

4+2
 
 
2+2
2+0+2
4+2

4+2 V
4
 
3+2 V
V
4 V
2

GESAMTSTUNDEN

20

24

20

21

Der Grundkurs Informatik beinhaltet die Lehrgebiete Grundlagen der Programmiertechnik, Rechnerorganisation und Betriebssysteme, Datenstrukturen und Algorithmenentwurf, Berechenbarkeit und formale Sprachen.
Der Grundkurs Mathematik beinhaltet die Lehrgebiete Lineare Algebra, Analysis, Numerische Mathematik und Stochastik.
Das Hauptstudium Informatik besteht aus Basisvorlesungen aus den Kerngebieten Theoretische, Praktische und Technische Informatik und den Schwerpunktfächern
- Programmierung und Softwaretechnik, Übersetzerbau
- Datenbanken, Informationssysteme
- Künstliche Intelligenz und Mustererkennung
- Rechnerarchitektur
- Digitale Bildverarbeitung
- Theoretische Informatik
Eines dieser Fächer ist als Vertiefungsrichtung zu wählen.
Es ist eine Projektarbeit anzufertigen und das Nebenfach weiterzuführen.


Prüfungen:

Diplomvorprüfung

Diplomprüfung

V1 Praktische Informatik
V2 Theoretische Informatik
V3 Technische Informatik
V4 Mathematische Grundl. der Informatik
V5 Mathematik
V6 Nebenfach

D1 Praktische Informatik
D2 Theoretische Informatik
D3 Technische Informatik
D4 Nebenfach
Diplomarbeit

 

Drei der 6 Fachprüfungen der Diplomvorprüfung und zwei der 4 Fachprüfungen der Diplomprüfung können studienbegleitend schon vor dem 4. bzw. 9. Fachsemester abgelegt werden.
 
Mit dem Ablegen dieser Prüfungen wird der akademische Grad Diplom-Informatiker(in) erworben.
Zur Prüfungszulassung werden aus jedem Semester etwa 2 Leistungsnachweise über erfolgreiche Teilnahme an den Lehrveranstaltungen gefordert.
 
 

3.5 Informatik-Lehramt

Studienrichtung Gymnasiallehrer

Lehrgebiet

Wochenstunden in den Semester

1

2

3

4

- Informatik 1-4
- Programmierpraktikum
- Proseminar
- Fachdidaktik

4+2+2

4+2 Z
 
2

4+2

4+2 Z
4
 
1+1

GESAMTSTUNDEN

8

8

6

12

Der Grundkurs Informatik beinhaltet die Fächer Praktische und Theoretische Informatik.
Im Hauptstudium wird die Grundausbildung durch einen Kurs zur Technischen Informatik abgeschlossen. Im Wahlpflichtbereich werden verschiedene Lehrgebiete aus den 3 obigen Kerngebieten der Informatik angeboten. Es ist eine Projektarbeit anzufertigen.
Die Ausbildung in Fachdidaktik wird einschließlich eines technisch-didaktischen Praktikums, eines Blockpraktikums und schulpraktischer Übungen fortgesetzt.
Die Festlegung des Erstfaches (in dem die schriftliche Prüfungsarbeit angefertigt wird) soll der Studierende zu Beginn des Hauptstudiums treffen.

 Prüfungen

Zwischenprüfung

1. Staatsprüfung

 

- Praktische Informatik

- Theoretische Informatik

- Informatik

- Fachdidaktik

 Eine der 2 Prüfungsleistungen der Zwischenprüfung kann studienbegleitend schon vor dem 4. Fachsemester abgelegt werden.

Zur Prüfungszulassung werden aus jedem Semester 1-2 Leistungsnachweise über erfolgreiche Teilnahme an den Lehrveranstaltungen gefordert.

 Für den Abschluß des Studiums sind insgesamt erforderlich:
- Staatsexamen in Informatik (wie oben)
- Staatsexamen im Kombinationsfach
- Staatsexamen in Erziehungswissenschaft
- wissenschaftliche Hausarbeit im Erstfach
Für die Prüfungszulassung sind dabei eine Reihe weiterer Leistungsnachweise erforderlich.

 

 3.6 Mathematik/Informatik-Magister

Lehrgebiet

Wochenstunden in den Semestern

1

2

3

4

Grundkurs Mathematik 1-2
Grundkurs Informatik 1-2

4+2

4+2

4+2+2

Z*
4+2 Z*

GESAMTSTUNDEN

6

6

8

6

 * wahlweise

Im Hauptstudium sind ausschließlich Wahlfächer vorgesehen, die die Möglichkeit bieten, Lehrgebiete aus der Mathematik oder Informatik entsprechend den Anforderungen des Hauptfaches auszuwählen.

 Prüfungen

Zwischenprüfung

Magisterprüfung

 

- Grundkurs Mathematik

oder Informatik

- Wahlfach

 Zur Prüfungszulassung werden je 2 Leistungsnachweise gefordert.

 


 

4 Hinweise zum Studium

 4.1 Studienorganisation

  Das Studienjahr besteht aus Wintersemester (Oktober--März) und Sommersemester (April--September). Lehrveranstaltungen finden jeweils von Mitte Oktober bis Februar bzw. von April bis Juli (in der Regel je 15 Wochen) statt.

Hauptform der Lehrveranstaltungen ist die Vorlesung. Diese wird zur Übung des dort vermittelten Stoffes, zur Erweiterung und praktischen Erprobung durch ein Angebot an Übungen, Praktika und Seminaren ergänzt. In Mathematik und Informatik wird auf die erfolgreiche Teilnahme an diesen

Veranstaltungen besonderer Wert gelegt. Die Vorlesenden geben zu Beginn des Semesters die Bedingungen zum Erteilen eines Übungs-, Praktikums- oder Seminarscheines (Leistungsnachweis) bekannt. Das können sein eine erfolgreiche Klausurarbeit, selbständig gelöste (schriftliche) Übungsaufgaben, aktive Teilnahme oder ein erfolgreicher Seminarvortrag. Die Scheine benötigen Sie für die Zulassung zu den Prüfungen.

Die vorgesehenen Prüfungen sind am Ende des jeweiligen Semesters in der vorlesungsfreien Zeit abzulegen. Prüfungen finden in der Regel in mündlicher Form statt. Nichtbestandene Prüfungen sind spätestens im nächsten Semester zu wiederholen. Eine 2. Wiederholung ist nur ausnahmsweise möglich. Einzelheiten zum Prüfungswesen sind in der Prüfungsordnung zum jeweiligen Studiengang geregelt.

 

 4.2 Bewerbungen

Alle unsere Studiengänge beginnen vorzugsweise im Wintersemester, jedoch ist auch im Sommersemester ein Studienbeginn möglich.
Alle von uns angebotenen Studiengänge unterliegen derzeit keinen Zulassungsbeschränkungen.
Bewerbungen für ein Direktstudium sind schriftlich bis möglichst 15. Juli bzw. 15. Januar (keine Ausschlußfrist, die Einschreibung ist jeweils bis Anfang Oktober bzw. Anfang April möglich) an die

Friedrich--Schiller--Universität Jena
Studentensekretariat
Fürstengraben 1
O 7 7 4 3 Jena

zu richten. Die entsprechenden Formulare können dort ab Mai bzw. November (bei Postanforderung bitte frankierten Rückumschlag beifügen) angefordert werden. Allgemeine Anfragen zu den Zulassungsmodalitäten richten Sie bitte an die zentrale Studienberatung der Universität (Adresse wie oben, Tel. (03641) 931120). Eine Studienfachberatung kann an der Fakultät für Mathematik und Informatik unter folgender Adresse stattfinden:

Friedrich--Schiller--Universität Jena
Fakultät für Mathematik und Informatik
Studien- und Prüfungsamt
Ernst-Abbe-Platz 1-4
O 4 4 7 3 Jena
Tel. (03641) 946010.

 

4.3 Arbeits- und Lebensbedingungen in Jena

Ein wichtiger Grund für ein Studium in Jena könnte für Sie sein, daß die gegenwärtigen Studentenzahlen noch gute Betreuungsmöglichkeiten bieten. An der Friedrich-Schiller-Universität studieren gegenwärtig etwa 11 000, an der Fakultät etwa 500 Studenten. Damit haben Sie alle Vorteile einer überschaubaren Hochschule, insbesondere die Möglichkeit des persönlichen Kontaktes zu den Wissenschaftlern sowie kleine Gruppengrößen für Übungen und Seminare.

Jedem Studenten steht in den ersten Semestern ein Berater zur Seite, der in inhaltlichen und organisatorischen Fragen der Gestaltung des Studiums oder bei persönlichen Problemen im Studium berät. Daher bestehen für Sie günstige Chancen, das Studium in der Regelstudienzeit erfolgreich abschließen zu können. An manchen großen Universitäten in den alten Bundesländern sind 14 Semester Realstudienzeit keine Seltenheit!

Alle Studenten haben Zugang zu mehreren Computer-Pools (insgesamt fast 150 Arbeitsplätze) mit PCs, Macintoshs, SUN-, IBM- und DEC-Workstations. Angeboten wird weiterhin das INTERNET mit den Nutzerdiensten Electronic-Mail, FTP und WWW sowie die Benutzung von zentral installierter Spezialsoftware (PASCAL, C, ADA, MATHLAB, MATHEMATICA und andere). In Jena steht mit dem MP2 ein großer leistungsfähiger Parallelrechner zur Verfügung. Die Ausrüstung konnte seit 1990 in schnellen Schritten modernisiert werden und repräsentiert heute einen Stand, der sich sowohl qualitativ als auch quantitativ in der gesamten Bundesrepublik sehen lassen kann. Sie werden auf absehbare Zeit keine ''Rechenzeitprobleme'' für die praktische Arbeit am Rechner haben.

Die Universitätsbibliothek mit knapp 3 Millionen Bänden gehört zu den großen wissenschaftlichen Allgemeinbibliotheken. Ihre Benutzung ist für Studenten und Mitarbeiter kostenlos. Am Ernst-Abbe-Platz befindet sich die Zweigstelle Mathematik/Informatik mit einer eigenen Freihandbibliothek (insgesamt etwa 34000 Bände, ca. 200 laufende Zeitschriften).
Auch hier konnten seit 1990 Lücken im internationalen Bücher- und Zeitschriftenbestand sehr schnell geschlossen werden, so daß heute einfache Zugriffsmöglichkeiten auf ein breites Spektrum moderner Literatur besteht.

Es gibt über 4000 Wohnheimplätze für Studenten in Jena, die ein preisgünstiges Wohnen und Studieren ermöglichen (z. Z. etwa 90,-- bis 330,-- DM je Wohnheimplatz). Das

Studentenwerk Jena
Philosophenweg 22
07743 Jena

vermittelt diese Plätze oder andere Unterkunftsmöglichkeiten. Dazu ist ein schriftlicher Antrag an obige Adresse notwendig. Der innerstädtische Verkehr mit Straßenbahn und Bus ist für Studenten preisgünstig (Semesterticket z.Z. DM 39,00).
Mittagessen gibt es in der Mensa, im Studentenrestaurant und im Kasino "Zur Rosen" und Pausenversorgung ist in Mensen, Cafeterien und Selbstbedienungsreihen zu guten Bedingungen möglich. Es gibt zahlreiche Dienstleistungs- und soziale Einrichtungen für Studenten, z.B. Privatzimmervermittlung, Jobvermittlung, Rechtsberatung, Kinderkrippen, Kindergärten, psychologische Beratung oder das Sport- und Erholungsheim im Thüringer Wald.

In Jena entwickelt sich vielerorts eine Atmosphäre, die das studentische Fluidum spüren läßt.
Sie brauchen sich in Ihrer Freizeit in Jena nicht zu langweilen. Beliebte Treffpunkte für Studenten sind die zahlreichen Studentenclubs in der Stadt. Sie bieten zum Teil neben gastronomischer Betreuung und Disco auch interessante Programme.
Empfehlenswert sind auch die gemütlichen Ausflugsgaststätten auf Jenas Bergen nach einer Wanderung in der vielgestaltigen Landschaft.
Zum kulturellen Leben Jenas gehören Philharmonie und Theater. Die Universität selbst trägt durch zahlreiche Ensemble zum Kulturangebot bei, z.B. die Akademische Orchestervereinigung, Chor, Singakademie, Pantomime, die Jenaer Dixieländers, Collegium Musicum. Eine umfangreiche Vortragstätigkeit innerhalb und außerhalb der Universität regt zur Auseinandersetzung mit Gesellschaft und Zeit an.
Die traditionsreiche Vergangenheit Jenas hat auch in vielen Museen und Gedenkstätten ihren Niederschlag gefunden.
Jena ist ein Sportzentrum im Lande Thüringen. In zahlreichen Sportstätten wird ein interessantes Freizeitprogramm für die sportliche Betätigung in über 30 Sportarten angeboten.

 

''Der Weg nach Lobeda und die ganze dortige Gegend
sind ungemein schön und gefällig ...
ich verließ Jena sehr vergnügt und tat ein Gelübde,
es nicht zum letztenmale gesehen zu haben ... ''

(Schiller an Körner, 1787)

 

4.4 Literatur

Allgemeine Literatur zur Studienwahl:

  • Studien- und Berufswahl, herausgegeben von der Bund-Länder-Kommissionen/BfA, Verlag K.H. Bock (umfassender Studienführer, erscheint jährlich neu)
  • Studierfähigkeit konkret, Finkenstaedt/Heldmann, Verlag K. H. Bock 1989
  • (Erwartungen und Ansprüche der Universität an Sie, auch im Fach Mathematik)

 

Zur Festigung Ihres Berufswunsches im Bereich Mathematik/Informatik:

  • Mathematik-Studienführer, Schwarz/Tschiersch, Verlag K.H. Bock 1994
  • Studien- und Forschungsführer Informatik, Brauer/Münch, Springer-Verlag 1996
  • Studienführer Mathematik/Naturwissenschaften, Lexika-Verlag 1991
  • Blätter zur Berufskunde, herausgegeben von der BfA (ausführliche Beschreibung einzelner Berufsbilder, mit Bestellkarte kostenlos beziehbar),

Bestell-Nr.:

Diplom-Mathematiker 3 - IA01, Gymnasiallehrer 3-III CO1

Diplom-Wirtschaftsmathematiker 3-IAO5, Realschullehrer 3-III B01

Diplom-Informatiker 3-IAO2, Hauptschullehrer 3-III A01

 

Empfehlenswert ist auch die Schülerzeitschrift ''Wurzel'', die interessante Beiträge aus Mathematik und Informatik für Schüler der Gymnasialstufe bringt.

Fachliteratur zur Mathematik und Informatik empfehlen Ihnen Ihre Hochschullehrer zu Beginn des Studiums.